Tagesordnungspunkt

TOP Ö 2: Sachstandsbericht Preußen-Museum durch die Dezernentin für Kultur und landschaftliche Kulturpflege des Landschaftsverbandes Rheinland, Frau Milena Karabaic, M.A., sowie den Museumsdirektor, Herrn Dr. Veit Veltzke
- mündlicher Bericht -

BezeichnungInhalt
Sitzung:26.11.2015   AKS/004/15 
DokumenttypBezeichnungAktionen

 

 


Da Frau Karabaic aufgrund der Verkehrslage nicht mehr rechtzeitig angekommen ist, übernimmt es Herr Dr. Veltzke, den Ausschuss in einer Kurzfassung zu informieren:

 

Der Landschaftsverband Rheinland (LVR) hat das Preußen-Museum Wesel zum Anfang des Jahres 2015 übernommen. Damit ist auch das Personal zum LVR gewechselt. Das Preußen-Museum wird nach den üblichen Standards sämtlicher LVR-Museen geführt.

Finanziell und institutionell wurde es so ausgestattet, dass es die Aufgaben eines zentralen Geschichtsmuseums für die Region Niederrhein gut erfüllen kann.

In diesem ersten Haushaltsjahr sowie für 2016 stehen dem Haus jeweils 1,1 Millionen Euro zur Verfügung.

In der zweiten Hälfte des Jahres 2016 ist nach Beseitigung sämtlicher Mängel die Übernahme des Hauses in das Eigentum des LVR vorgesehen. Danach wird sich der LVR mit dem Aufbau des künftigen Museums für Geschichte am Niederrhein befassen. Darum sind bereits für die Jahre 2017, 2018 und 2019 insgesamt ca. 4,35 Millionen Euro zusätzlich zu den 1,1 Millionen Euro eingeplant.

In den politischen Beschlussvorlagen wurde festgehalten, den Niederrhein in allen kunst-, kultur-, architektur- und landesgeschichtlichen Facetten darzustellen. Dabei wird Wert auf die europäischen Verbindungslinien des Niederrheins gelegt. Auch die preußische Geschichte des Niederrheins wird eine Säule der Arbeit bleiben.

 

Für die Mängelbeseitigung des Gebäudes, welche Voraussetzung für die Eigentumsübertragung ist, gibt es eine Zusage der hundertprozentigen Kostenübernahme des Landes. Bauherr ist nach wie vor die Stiftung Preußen-Museum NRW, stellvertreten durch die Geschäftsführung der Stiftung.

Während der Baumaßnahmen wurden drei weitere Mängel entdeckt. Der Vertreter des Landes hat in der letzten Stiftungsratssitzung betont, dass auch diese durch die Zusage der Kostenübernahme abgedeckt sind.

Nach der dadurch entstandenen Verzögerung wird nun der 31. August 2016 als Endtermin der Baumaßname angesehen. Die Eröffnung der Ausstellung „Gastliches Wesel“ wird vermutlich im September / Oktober stattfinden.

 

Die Übergangslösung, während der Schließzeit in der Schill-Kasematte präsent zu sein, hat ermöglicht, das Aufsichts- und Kassenpersonal dort unterzubringen. In den Monaten September und Oktober wurden die Räume von 1.200 Gästen besucht.

Die Kooperation mit dem Städtischen Museum Wesel wird in der bereits genannten Ausstellung „Gastliches Wesel“ weiter fortgeführt.

 

Herr Haubitz betont das vor langer Zeit von Herrn Dr. Veltzke entworfene Museumskonzept. Dieses wurde seinerzeit vom LVR begrüßt und war ausschlaggebend für die Übernahmeverhandlungen.

 

Auf Nachfrage ergänzt Herr Dr. Veltzke, dass erst mit der vollen Trägerschaft des LVR, inklusive Übernahme des Gebäudes, die Konzeptionsentwicklung und damit die mögliche weitere Kooperation mit dem Städtischen Museum Wesel erarbeitet wird. Für ein Geschichtsmuseum des unteren Niederrheins spielt die Stadt Wesel automatisch eine zentrale Rolle.

 

Herr Kunstleben ergänzt, dass sich die hundertprozentige Kostenübernahme auf die Gebäudeteile bezieht, die heute der Stiftung und zukünftig dem LVR gehören. Die Abteilung „Festungsgeschichte“ gehört nicht dazu. Aufgrund der klimatischen Probleme ist diese derzeit leer. Nach einem Gespräch mit den Baufachleuten des LVR über die Nutzungsmöglichkeiten der Festungsabteilung hat der LVR der Stadt Wesel eine konservatorische Expertise zukommen lassen. Daran gemessen wird die Stadt nun entscheiden, welche Exponate dort ausgestellt werden können beziehungsweise ob die erforderlichen, klimatechnischen Maßnahmen finanzierbar sind.

Bevor über eine mögliche Kooperation nachgedacht wird, muss die Stadt im Zusammenhang mit dem eigenen Museumskonzept folgende Fragen klären:

Welcher der drei Teile des Städtischen Museums soll welche Funktion haben?

Wo sollen welche Ausstellungen stattfinden?

Wie können die Zusammenarbeiten gesucht werden? Welche ergeben sich aufgrund der Nähe, der Exponate oder der zeitlich gesetzten Schwerpunkte?

Hier ist es sinnvoll, sich auch im Bereich der Museumspädagogik verstärkt Gedanken zu machen.

 

Der Ausschuss für Kultur und Stadtmarketing nimmt die Ausführungen des Museumsdirektors des Preußen-Museums zur Kenntnis.