Tagesordnungspunkt

TOP Ö 4: Einrichtung eines Bildungsganges gem. § 132c SchulG NRW an der Konrad-Duden Realschule

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Sitzung:19.11.2015   SuSA/004/15 
Beschluss:zurückgestellt
Vorlage:  FB 5/0380/15 
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Herr Kunstleben erörtert die Vorlage und berichtet, dass die Verwaltung die Einrichtung eines Bildungsganges gem. §132c  SchulG NRW  zu diesem Zeitpunkt vorgeschlagen hat, da das zugrunde liegende Schulgesetz erst jetzt in Kraft getreten ist. In Abwägung aller Argumente hält die Stadtverwaltung den Beschlussvorschlag aufrecht.

 

Hauptdezernentin, Frau LRSD Dankert von der Bezirksregierung Düsseldorf, teilt mit, dass bereits eine Schulträgerberatung stattgefunden hat. Dort wurde mitgeteilt, dass es sich bei dem § 132c SchulG NRW um einen Übergangsparagraphen handelt, der Kommunen die Möglichkeit eröffnet, Schülerinnen und Schüler, deren Leistungsniveau den Vorschriften des Realschulbildungsganges nicht mehr entspricht, ab Klasse 7 weiter in einer Realschule zu beschulen. Der § 15 SchulG NRW (Realschule) wird dadurch nicht berührt.

Voraussetzung für eine Konzeptentwickelung  ist die Neufassung der Ausbildungs- und Prüfungsordnung Sekundarstufe 1 (APO-SI). Die APO-SI wird allerdings frühestens im April 2016 neu herausgeben.

 

Herr Müller gibt an, dass er keine Notwendigkeit für die Einrichtung eines Bildungsganges ab Klasse 7 sieht. Durch die Einrichtung der 8-zügigen Gesamtschule gibt es genug Kapazität für Hauptschüler. Herr Müller stellt die Frage, welche Raumkapazität an der Konrad-Duden-Realschule zur Verfügung steht, falls diese 4-zügig werden würde.

 

Herr Krämer-Mandeau erklärt, dass die Gesamtschule hohe Klassenfrequenzen im Eingangsbereich hat. Sie kann nur vereinzelt auf Rückläufer Rücksicht nehmen.

Die beiden Realschulen haben ihre Schülerzahl von der Klasse 5 im Durchlauf kaum verändert. Das heißt, die Schülerinnen und Schüler, die vom Gymnasium gekommen sind, wurden an die Hauptschule abgegeben. Laut Statistik sind ca. 30 Schülerinnen und Schüler im Jahrgang, die bald nicht mehr den Schulabschluss an der Hauptschule ablegen können. Diese Personen könnten an der Konrad-Duden-Realschule weiterbeschult werden.

Bis zum Schuljahr 2019/2020 besteht noch die Möglichkeit, dass Rückläufer an der Gemeinschafts-Hauptschule-Martini ihren Hauptschulabschuss ablegen können.

 

Frau Freund stellt fest, dass der § 132c SchulG NRW eine Kann-Vorschrift ist. Es sollten die Anmeldezahlen  im nächsten Jahr an der fusionierten Gesamtschule abgewartet werden. Erst dann sollte über diesen Beschlussvorschlag entschieden werden. Die Eltern, die mit der Thematik nicht  vertraut sind, werden verunsichert wenn sie hören, dass an der Realschule ein Hauptschulzweig eingerichtet wird.

 

Frau Brauner gibt Auskunft, dass es an den Gymnasien keine großen Schülerbewegungen in Richtung Realschule gibt.

 

Herr Dr. Schott gibt zu bedenken, dass es sich bei der Schulentwicklungsplanung um Prognosen handelt. Nach geltendem Recht ist ein Schulwechsel vom Gymnasium zur Realschule letztmalig in Klasse 8 möglich. Ab Klasse 9 ist ein solcher Wechsel nicht mehr zulässig. In der Schulentwicklungsplanung ist aber in den Jahren 2019/2020 ein Anstieg von 13 Schülerinnen und Schülern vermerkt, obwohl dort gar kein Schulwechsel mehr möglich ist.

 

Herr Krämer-Mandeau führt aus, dass die Rückschulung als Rechengröße schon seit längerer Zeit aus der Schulentwicklungsplanung herausgenommen werden sollte. Allerdings gibt es auch freiwillige Rückschulungen von Schülerinnen und Schülern, die in der Schulentwicklungsplanung berücksichtigt sind.

Er weist darauf hin, dass sich die Realschule zu einer regionalen Realschule entwickeln könnte. Dabei ist eine schulrechtliche Frage, ob Schülerinnen und Schüler aus Kommunen, wo es keine Haupt- und Realschulen mehr gibt, abgelehnt werden können.

Der § 132c SchulG NRW ist für die Schülerinnen und Schüler gedacht, die mit dem Lernprogramm in der Realschule nicht zurechtkommen und somit einen Übergang auf die Hauptschule benötigen. Es gibt sehr wenige Schülerinnen und Schüler die vom Gymnasium an der Realschule vorbei direkt zur Hauptschule gegangen sind.

 

Frau Gaastra erläutert, dass mit der neugegründeten Schule und dem Auslaufen der beiden anderen Schulen z. Zt. kein Bedarf für die Einrichtung des Bildungsganges gem. § 132c SchulG NRW besteht. Es sollte ihrer Auffassung nach jetzt nicht ein Beschluss gefasst werden für eine Situation, die erst in 2 ½ Jahren aktuell ist. Erst wenn schließlich die Hauptschule betroffene Schülerinnen und Schüler nicht mehr aufnehmen kann, müssen Kinder, die den Realschulanforderungen nicht gewachsen sind, differenziert beschult und zu einem Schulabschluss geführt werden.

 

Herr Schulz ist der Meinung, dass aktuell kein dringender Handlungsbedarf besteht. Es kann die Entwicklung in den nächsten Schuljahren abgewartet werden. Erst dann muss eine Entscheidung getroffen werden.

 

Frau Hillefeld plädiert dafür, dass der neue Bildungsgang eingerichtet wird. Eltern hätten mehr Sicherheit, für den Fall dass  ihr Kind den Realschulanforderungen nicht gewachsen ist.

 

Frau Staude möchte Auskunft darüber, wie hoch eine Quote/Prozentzahl für die Rückläufer an der Gesamtschule eingeplant ist und wie es gehandhabt wird, wenn die Realschule mit reinen Realschulempfehlungen ihre Züge ausgelastet bekommt. Aus diesen Gründen bittet sie darum, die Anmeldezahlen abzuwarten und erst dann zu entscheiden.

 

Herr Timmermann gibt dazu an, dass es in den letzten Jahren immer zu Anmeldeüberhängen gekommen ist. So wurde immer die Klassenoberfrequenz von 29 Kindern erreicht. Freie Plätze für Rückläufer sind in einem solchen Fall nicht vorhanden. Falls bei den Anmeldungen im Februar für die 8-zügige Gesamtschule weniger Anmeldungen erfolgen und der Klassenfrequenzoberwert nicht ausgereizt wird, können kleinere Klassen gebildet werden und auch entsprechend Rückläufer aufgenommen werden.

 

Frau Freßmann schließt sich der Meinung an, dass die Entscheidung verschoben werden könnte, da man erst nach den Anmeldungen im Februar an der Gesamtschule verbindlich Schlüsse ziehen kann.

 

Herr Timmermann weist darauf hin, dass der Beschluss sicherlich nicht umgehend gefasst werden muss. Allerdings gibt er zu bedenken, dass sich die Frage stellt, wo betroffene Kinder beschult werden, falls ein Beschluss nicht innerhalb der nächsten zwei Jahre gefasst wird.

 

Herr Kunstleben gibt an, dass es der Verwaltung wichtig ist, jedem Kind, das an der Realschule angemeldet wird, auch bis zum Ende seiner Schulzeit an der Realschule einen Verbleib zu ermöglichen. Z. Zt. ist dieses nicht der Fall. Kinder, die die Realschule verlassen müssen, müssen dann nach Moers zur einzig aufnehmenden Hauptschule im Kreis Wesel, wenn keine andere Gesamtschule sie aufnimmt.

Aus diesem Grund sollte ein solcher Bildungsgang noch vor den anstehenden Anmeldeterminen eingerichtet werden, um den Eltern Planungssicherheit zu geben.

Auf dem Gelände des Schulzentrum-Nord gibt es Räumlichkeiten, die z. Zt. nicht schulisch genutzt werden. Somit wäre bei Einrichtung eines Bildungsganges gem. § 132c SchulG NRW genug Raumkapazität vorhanden. Er gibt klar zu verstehen, dass es sich nicht um einen Bildungsgang „Hauptschule“ handelt, sondern um eine  „Kultur des Behaltens“ an der Realschule.

 

Herr Hanauska weist darauf hin, dass die Schulaufsicht in Düsseldorf  die APO-SI noch nicht herausgegeben hat.

 

Herr Haubitz stellt fest, dass das Schulgesetz über der APO-SI steht, somit liegt eine Rechtsgrundlage für die Errichtung des Bildungsganges vor.

 

Der Schul- und Sportausschuss beschließt einstimmig, dass der Beschluss vertagt wird.