BezeichnungInhaltBezeichnungInhalt
Name:4/1065/17  
Art:Beschlussvorlage  
Datum:20.04.2017  
Betreff:Ausleihanfrage des Preußen-Museums vom 07.04.2017 für die Ausstellung "Vesalia hospitalis und der Niederrhein. Schätze, die Geschichte(n) erzählen"
DokumenttypBezeichnungAktionen
Dokument anzeigen: Vorlage Dateigrösse: 176 KB Vorlage 176 KB
Dokument anzeigen: Antrag des Preußen Museums vom 07.04.2017 Dateigrösse: 584 KB Antrag des Preußen Museums vom 07.04.2017 584 KB
Dokument anzeigen: Übersicht zur Leihanfrage des Preußen-Museums Dateigrösse: 224 KB Übersicht zur Leihanfrage des Preußen-Museums 224 KB
Dokument anzeigen: Aktuelle Ausleihbedingungen Silber Dateigrösse: 156 KB Aktuelle Ausleihbedingungen Silber 156 KB
Dokument anzeigen: Aktuelle Ausleihbedingungen Tafelbilder Dateigrösse: 155 KB Aktuelle Ausleihbedingungen Tafelbilder 155 KB

Beschlussvorschlag ergeht nach Beratung.

 

 


Sachdarstellung/Begründung:


Mit Schreiben vom 07.04.2017 stellte der Leiter des Preußen-Museums, Herr Dr. Veltzke, eine umfangreiche Leihanfrage an die Stadt Wesel für die Ausstellung „Vesalia hospitalis und der Niederrhein. Schätze, die Geschichte(n) erzählen“.

 

Diese Ausstellung war ursprünglich als Kooperation mit der Stadt Wesel als Jubiläumsausstellung 2016 geplant (Wesel775), konnte dann aber wegen der Verzögerungen bei der Sanierung des Preußen-Museums nicht zeitgerecht durchgeführt werden.

Die Konzeption für die jetzige Ausstellung wurde nach Aussagen von Herr Dr. Veltzke erweitert, u.a. um das Thema „500 Jahre Reformation“. Die Stadt Wesel ist nicht (mehr) an der Konzeption beteiligt. Der Leiter des Stadtarchivs ist sporadisch bei Einzelfragen eingebunden.

Die Ausstellung soll zur Eröffnung des neuen Museums gezeigt werden (September/Oktober 2017 bis 25. Februar 2018) und wird daher sicherlich überregionale Aufmerksamkeit auf sich ziehen und viele Besucher/-innen ansprechen.

 

Die Leihanfrage bezieht sich auf acht Tafelbilder und drei Silberpokale (s. auch Übersicht).

Grundsätzlich steht die Kulturverwaltung der Leihanfrage sehr positiv gegenüber, stellt sie doch eine gute Möglichkeit dar, im Rahmen der ersten Ausstellung des LVR-Preußen-Museums die bedeutendsten mittelalterlichen Kunstwerke der Stadt Wesel einem breiten Publikum zu präsentieren.

 

Wie bei sonstigen Leihanfragen üblich (s. auch Leihanfragen des Reichsmuseums Amsterdam) fehlen allerdings Angaben über die Klimatisierung der Räume und die Objekte, die konservatorischen Rahmenbedingungen (wie und wo in der Ausstellung sollen die Objekte präsentiert werden?), die sonstigen Bedingungen (Versicherung, Transport usw.). Herr Dr. Veltzke teilte inzwischen mit, dass die Einregulierung des Klimas Ende Mai/Anfang Juni beendet sei. Während des Zeitraums für die angekündigte Ausstellung würden Temperaturen von 20/21 Grad Celsius und eine relative Feuchte von 45% bis 50% angestrebt. Darüber hinaus sei es möglich, klimatisierte Vitrinenbereiche einzurichten, um z.B. die Eidesleistung zu präsentieren.

Die aktuellen Ausleihbedingungen für die Tafelbilder, die sich alle in einem klimatisierten Raum im Centrum befinden, sowie für die Silberobjekte sind beigefügt. Es gilt, einen möglichst hohen Schutz für die fragilen Objekte aus dem städtischen Kunstbesitz zu erreichen.

Der mit dem Preußen-Museum noch abzuschließende Vertrag muss diese Bedingungen enthalten.

 

Es bestehen keine Bedenken, die Tafelbilder

·         Jan Joest „Madonna mit Kind“ (Nr. 3 der Tabelle)

·         Art des Bartholomäus Bruyn d. Jüngere „Bildnis einer Frau“ (Nr. 8 der Tabelle)

·         und den Akeleipokal (Abendmahlskelch aus dem Weseler Leprosenhaus, Nr. 11 der Tabelle)

      unter diesen Bedingungen auszuleihen.

 

Von Bartholomäus Bruyn dem Älteren sollen insgesamt vier Tafelbilder ausgeliehen werden (Nr. 4 bis Nr. 7). Die Schatzkammer des Städt. Museums dürfte bei einer Leihe aller vier Objekte sehr leer erscheinen (8 von 17 Tafelbilder wären ausgeliehen, zudem ein Geusenbecher). Allerdings würden laut Ausleihbedingungen von allen Objekten Reproduktionen angebracht.

 

Die „Eidesleistung“ (Nr. 1 der Tabelle) wurde bis zum Februar 2017 in einer Ausstellung in Brügge gezeigt. Zuvor war sie nur sehr selten ausgeliehen worden (2006 Dortmund mit Mängeln zurückgekommen, 2011 Münster geplant, aber nicht realisiert), weil das Gemälde sehr empfindlich auf Klimaschwankungen und sonstige Veränderungen reagiert.

Es wird daher vorgeschlagen, dass das Preußen-Museum die vom Groeningemuseum Brügge gefertigte Reproduktion erhält/eine Reproduktion anfertigt und Besucher/-innen über die Möglichkeit des Besuchs des Städt. Museums Wesel mit der „Eidesleistung“ informiert. Die erfolgreiche Kooperation „Das Preußen-Museum zu Gast in den Schillkasematten“ könnte insofern fortgesetzt werden.

 

Der Pokal der Flamen (Nr. 9) ist bis zum 5. November 2017 für die Ausstellung „Der geteilte Himmel“ in das Ruhrmuseum Essen ausgeliehen. Eine vorzeitige Rückkehr ist wegen der Bedeutung der Ausstellung nicht empfehlenswert.

Die Geusenbecher bedürften dringend einer konservatorischen Überarbeitung, die nach der Rückkehr dieses Pokals geplant ist. Für die Zeit vom 12. Oktober 2018 bis zum 20. Januar 2019 liegt eine Leihanfrage des Reichsmuseums Amsterdam vor, die dem Ausschuss zur Zustimmung vorgeschlagen wird (s. TOP 5).

 

Der Pokal der Wallonen (Nr. 10) ist an das Deutsche Historische Museum bis zum 15. November 2017 verliehen und könnte nach seiner Rückkehr dem Preußen-Museums zur Verfügung gestellt werden. Eine vorzeitige Rückforderung wird ausgeschlossen, da der Pokal dort an bedeutender Stelle in der Ausstellung „Der Luthereffekt“ präsentiert wird.

 

Laut Leihanfrage soll „…die Bedeutung der großen, mit Wesel verbundenen Malerfamilien herausgestellt werden…“.

Eine Leihe des Tryptichons „Heilige Sippe“, die dem Umkreis des Malers Jan Baegert zugeschrieben wird (Nr. 2 der Tabelle), erscheint unter dieser Voraussetzung zumindest nicht zwingend. Außerdem ist dieses Tafelbild sehr fragil (klimatisch, mechanische Beschaffenheit), so dass es bisher nicht ausgeliehen wurde. Die Kulturverwaltung empfiehlt, es daher im Centrum zu lassen.

Alternativ könnte aus dem Umkreis von Jan Baegert der „Gepanzerte“ ausgeliehen werden, der im Hinblick auf eine frühere Leihanfrage des Preußen-Museums zu der Ausstellung „Vesalia hospitalis und der Niederrhein“ aus dem Ruhrmuseum Essen bereits im vergangenen Jahr zurückgeholt wurde.

Herr Dr. Veltzke hat sich inzwischen mit dieser Alternative einverstanden erklärt.

 

 

 


Anlagen:

Übersicht zur Leihanfrage des Preußen-Museums

Ausleihbedingungen

Antrag des Preußen Museums vom 07.04.2017