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Name:FB 5/0126/18  
Art:Vorlage zur Kenntnis  
Datum:16.04.2018  
Betreff:Anmeldungen an den weiterführenden Schulen für das Schuljahr 2018/19
DokumenttypBezeichnungAktionen
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Beschlussvorschlag:

 

Die Verwaltung wird beauftragt, für das Schuljahr 2018/19 an der Gesamtschule Am Lauerhaas eine Überhangklasse in der Klasse Fünf einzurichten.

 


Sachdarstellung zur Kenntnis:

 

Anmeldesituation

 

Die weiterführenden Schulen in Wesel führten von Montag, 19. Februar, bis Mittwoch, 21. Februar 2018, das Anmeldeverfahren für das Schuljahr 2018/19 durch.

 

Bis zum Zeitpunkt der Erstellung der Vorlage lagen am Andreas-Vesalius-Gymnasium 105 Anmeldungen für die fünfte Klasse und 22 schulexterne Anmeldungen für die Sek II vor. Am Konrad-Duden-Gymnasium lagen 112 Anmeldungen für die fünfte Klasse und 6 schulexterne Anmeldungen für die Sek II vor.

 

An der Gesamtschule Am Lauerhaas erfolgten im Anmeldezeitraum - neben 20 Anmeldungen Externer für die Sek II - 243 Anmeldungen für die Sek I. Mangels Kapazität wurden nach einem Auswahlverfahren hier 220 Kinder aufgenommen. Es wurden also 23 Kinder abgewiesen.

 

Die Konrad-Duden-Realschule erhielt regulär 89 Anmeldungen und kann damit drei Eingangsklassen bilden. Durch Ratsbeschluss vom 04.07.2017 wurde die Schule dreizügig gesetzt.

 

Darüber hinaus liegen der Realschule weitere 29 Anmeldungen (insgesamt 118) vor. Dabei handelt es sich um Kinder, die an der Gesamtschule nicht aufgenommen werden konnten bzw. weitere Anmeldungen, die nach dem regulären Anmeldeverfahren vorgenommen wurden. Von diesen Kindern verfügen drei Kinder über eine Realschulempfehlung, sieben Kinder über eine eingeschränkte Realschulempfehlung und 18 Kinder über eine Hauptschulempfehlung. Ein Kind hat keine Schulformempfehlung.

 

Weitere zwei Kinder wurden an der Gesamtschule abgelehnt, die sich bislang noch nicht an einer anderen Schule in Wesel angemeldet haben.

 

Option: Städtische Gesamtschule in Hamminkeln, Standort Dingden

 

Um den betroffenen Eltern eine dem ursprünglichen Schulformwunsch entsprechende Beschulungsmöglichkeit anbieten zu können, wurde nach Absprache mit der Stadt Hamminkeln die Beschulung an der Städtischen Gesamtschule in Hamminkeln, Standort Dingden, in Aussicht gestellt. Dieser Standort hat im regulären Anmeldeverfahren zu wenige Anmeldungen erzielt als für den Bestand erforderlich.

 

Am Donnerstag, 12.04.2018, fand daher im Ratssaal des Rathauses Wesel eine gemeinsame Informationsveranstaltung der Schulleitung der Städtischen Gesamtschule in Hamminkeln und der Städte Hamminkeln und Wesel statt. Für die betroffenen Eltern aus Wesel wurden Anmeldetermine am Mittwoch, 18.04.2018, und Donnerstag, 19.04.2018, angeboten. Zu diesen Terminen wurden drei Kinder aus Wesel angemeldet.

 

Ein wesentlicher Grund für die zurückhaltenden Anmeldungen dürfte der Schulweg nach Dingden sein. Der Schulträger Hamminkeln übernimmt zwar die Kosten des Schokotickets abzüglich eines Elternanteils. Die Verbindungen werden jedoch als ungünstig eingeschätzt (Bus ab 6.30 Uhr, Zug ab 7 Uhr ab Bahnhof Wesel). Die Beschulung in Dingden soll nur in den Jahrgängen Fünf und Sechs erfolgen. Die Folgejahrgänge werden am Hauptstandort in Hamminkeln beschult, der deutlich besser mit dem ÖPNV erschlossen ist.

 

Mit der Schulleitung der Konrad-Duden-Realschule wurde vereinbart, dass mit den Eltern der Kinder, deren Anmeldungen noch offen sind, Beratungsgespräche über die Beschulungsmöglichkeiten an der Realschule und an der Gesamtschule in Hamminkeln geführt werden.

 

Option: Überhangklasse

 

Neben der Gesamtschule in Hamminkeln gibt es nur noch die Möglichkeit der Beschulung an der Gesamtschule Wesel oder an der Konrad-Duden-Realschule durch Bildung einer Überhangklasse.

 

Vorteile Gesamtschule:

 

·         Begabungsgerechte Beschulung

·         Günstigere Lehrerausstattung (Lehrer/Schüler-Verhältnis) aufgrund der Schulform

 

 

 

 

 

Nachteile Gesamtschule

 

·         Großes System (9 Züge)

·         Raumknappheit an den Standorten

 

In den bisherigen Beratungen hat die Bezirksregierung die Bildung einer 9. Klasse an der Gesamtschule stets ausgeschlossen. Diese Position wurde in der Bezirksregierung in der Schulträgerberatung am 11.04.2018 erstmals in Frage gestellt. Nunmehr empfiehlt die Bezirksregierung die Mehrklassenbildung an der Gesamtschule.

 

Vorteile Realschule

 

  • Kleineres System
  • Ein Standort für alle Jahrgänge

 

Nachteile Realschule

 

·         Begabungsgerechte Beschulung erst ab Klasse Sieben durch § 132c SchulG

·         Ungünstigere Lehrerausstattung aufgrund der Schulform

·         Raumknappheit

 

Der Bildungsgang nach § 132c SchulG NRW greift erst nach der 6. Klasse. Bis dahin werden auch Kinder mit Hauptschulempfehlung nach Realschulrichtlinien unterrichtet. Zudem wird für den Bildungsgang nach § 132c nur eine Kapazität von 16 Schülerinnen und Schülern angenommen. Eine Verdopplung ist zwar denkbar, stellt jedoch eine organisatorische Herausforderung dar, die nach Darstellung der Schulleitung angesichts schwieriger Begleiterscheinungen nur sehr schwer zu meistern ist (Differenzierung I-Kinder, Seiteneinsteiger, HS-Kinder in zwei Gruppen).

 

An der Konrad-Duden-Realschule wurden zurückliegend nur wenige Kinder mit einer Hauptschulempfehlung angemeldet bzw. aufgenommen:

 

2016/17                   5 von 106 Schülern

2017/18                   3 von 78 Schülern

2018/19                   1 von 92 Schülern

 

Die Konrad-Duden-Realschule hat in der Vergangenheit auch Kinder aus den Jahrgängen Sechs bis Acht an die Hauptschule abgegeben:

 

2012/13                   7

2013/14                   8

2014/15                   7

2015/16                 12

2016/17                   7

 

 

 

 

 

Im Gegenzug hat die Schule aus dem Gymnasien Kinder aufgenommen:

 

2012/13                   14

2013/14                   18

2014/15                   11

2015/16                   19

2016/17                   32

 

 

Erforderliche schulorganisatorische Maßnahmen

 

Die Fragen der weiteren Entwicklung der Weseler Schullandschaft sind Gegenstand der anstehenden Schulraumentwicklungsplanung, die im Sommer 2018 begonnen wird.

 

Die aktuelle Anmeldesituation macht deutlich, dass es in der Stadt Wesel Engpässe in der Sek I gibt. Die Versorgung von Schülerinnen und Schüler des unteren Leistungszentrums ist nicht gewährleistet.  Außerdem ist absehbar, dass die Beschulungsplätze in Zukunft nicht ausreichen.

 

2017/18: Aufnahmen: 517

2018/19: Anmeldungen: 553

2019/20: Prognose: 573

2020/21: Prognose: 544

2021/22: Prognose: 590

2022/23: Prognose: 597

 

 

Am 11.04.2018 fand bei der Bezirksregierung Düsseldorf eine Schulträgerberatung zur aktuellen Anmeldesituation und zur Entwicklung der Weseler Schullandschaft statt.

 

Nach Auffassung der Bezirksregierung benötigt Wesel demnach eine zweite Gesamtschule.

 

Folgende Szenarien sind dabei denkbar:

 

1.  2 Gymnasien, 2 Gesamtschulen, 1 Realschule

2.  2 Gymnasien, 2 Gesamtschulen.

 

Zwar sind auch die Neugründung einer Hauptschule oder einer Sekundarschule theoretische Möglichkeiten, die Bezirksregierung macht jedoch deutlich, dass der Stadt Wesel auf keinen Fall dazu geraten werden kann. Für beide Schulformen wird keine Zukunft gesehen.

 

Damit eine 2. Gesamtschule funktionieren kann (Heterogenität, mind. 42 Schülerinnen und Schüler in der Einführungsstufe der Sek II) müssen vor dem Hintergrund der aktuellen Prognosen für die mittelfristige Schülerzahlenentwicklung laut Bezirksregierung flankierende Maßnahmen getroffen werden:

 

1.  Reduzierung der Zügigkeit der Gesamtschule

2.  Reduzierung der Zügigkeit der Gymnasien

3.  Reduzierung der Zügigkeit der Realschule bzw.

4.  Auflösung der Realschule